Deutsches Reich Weimar – Briefmarken & Postgeschichte
Die Briefmarken der Weimarer Republik (1919–1933) spiegeln eine Phase tiefgreifender politischer und wirtschaftlicher Umbrüche wider. Nach dem Ende des Kaiserreichs und der Ausrufung der Republik im November 1918 wurden zunächst Marken mit Überdrucken wie Deutsches Reich oder Reichspost auf vorangegangene Ausgaben verwendet, bevor ab 1919 eigenständige Dauermarkenserien wie die sogenannte Ährenfrau-Serie in den Umlauf kamen. Die Hyperinflation der frühen 1920er-Jahre führte zu einer beispiellosen Flut an Not- und Überdruckmarken mit astronomischen Nennwerten, die heute zu den faszinierendsten Zeugnissen dieser Epoche zählen. Mit der Währungsreform 1924 und der Einführung der Reichsmark kehrte allmählich philatelistische Normalität ein, was sich in neuen Dauermarkenserien wie den Bundespräsidenten-Ausgaben und den markanten Hindenburgkopf-Marken niederschlug. Die Weimarer Republik hinterließ ein reichhaltiges und vielschichtiges philatelistisches Erbe, das nicht nur Sammler, sondern auch Historiker bis heute in seinen Bann zieht.