Deutsche Notmünzen
Deutsche Notmünzen entstanden in Zeiten wirtschaftlicher und politischer Krisen, in denen die reguläre Münzversorgung zusammenbrach und lokale Behörden, Gemeinden oder private Unternehmen gezwungen waren, eigene Zahlungsmittel in Umlauf zu bringen. Besonders während der Hyperinflation in der Weimarer Republik zwischen 1914 und 1923 sowie in den unmittelbaren Nachkriegsjahren nach 1945 war der Bedarf an kleinteiligem Bargeld so groß, dass zahlreiche Städte und Regionen im gesamten deutschen Sprachraum auf sogenannte Notmünzen zurückgriffen. Diese wurden häufig aus ungewöhnlichen Materialien wie Porzellan, Papier, Leder oder Aluminium gefertigt und spiegeln nicht nur die wirtschaftliche Not ihrer Entstehungszeit wider, sondern auch den regionalen Einfallsreichtum und das Bestreben, den Zahlungsverkehr aufrechtzuerhalten. Heute gelten Deutsche Notmünzen als bedeutende Zeugnisse deutscher Geld- und Sozialgeschichte und sind bei Sammlern gleichermaßen wegen ihrer historischen Aussagekraft wie auch ihrer materiellen Vielfalt geschätzt. Die oft nur kurzzeitig im Umlauf befindlichen Stücke dokumentieren eindrucksvoll, wie Gesellschaft und Verwaltung in Ausnahmesituationen reagierten, und bieten durch ihre regionale Prägung, ihre wechselnden Materialien und ihre oft behelfsmäßige Herstellung ein einzigartiges Fenster in die Alltags- und Wirtschaftsgeschichte Deutschlands während seiner turbulentesten Phasen des 20. Jahrhunderts.