Deutsches Kaiserreich 1871-1891
Das Deutsche Kaiserreich, gegründet am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles, markierte eine Zäsur in der deutschen Geldgeschichte. Mit der Reichsgründung ging die Vereinheitlichung des bis dahin fragmentierten Währungssystems einher. Bis zur Einführung der Mark als einheitliche Reichswährung am 1. Januar 1876 existierten noch zahlreiche regionale Währungen, darunter der preußische Taler, der süddeutsche Gulden und der Bremer Taler. Das Münzgesetz vom 9. Juli 1873 schuf die rechtliche Grundlage für die neue Goldwährung, die auf dem Reichsgold von 120 Millionen Mark aus französischen Reparationszahlungen basierte. Die ersten Reichsbanknoten wurden ab 1876 ausgegeben und trugen die Unterschriften der jeweiligen Reichsbankdirektoren. Neben den Reichsbanknoten emittierten auch die Reichsschuldenverwaltung sowie private Notenbanken bis zu deren Auflösung 1935 eigene Banknoten. Die Geldscheine des Kaiserreichs spiegeln die wirtschaftliche Expansion und den wachsenden Nationalstolz dieser Ära wider. Typische Merkmale sind die aufwendigen Guillochen-Muster, allegorische Darstellungen der Germania sowie das Reichswappen mit dem einköpfigen Adler. Die Nominale reichten von 20 Mark bis 1000 Mark, wobei höhere Stückelungen vorwiegend im interbanken-Geschäft Verwendung fanden. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 endete die Golddeckung der Mark, und die nachfolgende Kriegsgeldpolitik legte den Grundstein für die spätere Hyperinflation der Weimarer Republik.